Jahresbericht 2014 – Spielwerkstatt Kleinhüningen
 
Mit der „Sammelstelle“ stand im Jahr 2014 ein umfangreiches Projekt im Vordergrund der Aktivitäten der Spielwerkstatt Kleinhüningen. Mit der Publikation der Projektdokumentation und der Veröffentlichung des dazugehörigen Filmes konnte das Projekt Anfang 2015 abgeschlossen werden. Unabgeschlossen sind die zahlreichen weiterführenden Fäden, die sich von der „Sammelstelle“ aus entspannen, hinein ins Quartier, hin zur Schule, zurück zu unserer Institution. Das Projekt stellte sich auf mehreren Ebenen als Inspirationsquelle heraus: sowohl die inhaltliche wie pädagogische Arbeit innerhalb der Spielwerkstatt fand mit dem Projekt eine nachhaltige Befruchtung. Insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen im Jahr 2016 (Öffnung der Gruppen, Verzicht auf Anmeldungen) darf man die methodischen Überlegungen aus der Sammelstelle als wertvolle Erfahrungen mitnehmen (siehe Dokumentation Sammelstelle).
 
Die Wichtigkeit des Nach-Aussen-Tretens mit der Spielwerkstatt, der Öffnung zum Quartier hin, der Vernetzung mit den ansässigen Firmen und Bewohnern, wurde uns durch die Sammelstelle erneut bewusst gemacht. Das Heraustreten aus den eigenen vier Wänden bedeutet sowohl für uns als Institution wie auch für die uns besuchenden Kinder und Jugendlichen eine Horizonterweiterung. 
Ein weiteres kleines Projekt, das abermals im Kleinhüninger Hafen stattfand, war das Bauen eines Pizzaofens. Unser Wunsch war es, einen dauerhaft installierten Lehm-Pizzaofen zu errichten, der für die freie Benutzung durch Familien, Kinder und Jugendliche aus dem Quartier zugänglich sein sollte.
 
Der gesamte Prozess, vom Bauen bis zum Backen,  empfanden wir alle als äusserst beglückend. Den Materialien - Lehm, Stroh, Sand, Stein und Holz – und der damit verbundenen Verarbeitung – Stampfen, Kneten, Formen, Aufbauen - wohnte eine Archaik inne, die viele Kinder aus ihren z.T. beengenden Milieus weit herausholte. 
Sehr schön war auch die Mithilfe einiger Eltern. Die kulturelle Entwurzelung, die schwierige sprachliche Verständigung, die missliche soziale Situation, in der sich viele ausländische Familien hier in Kleinhüningen wiederfinden, schienen während des Bauens, des Brotbackens und des gemeinsamen Essens für einen Moment in den Hintergrund zu treten. 
 
Finanzielles und Personelles
Finanziell steht die Spielwerkstatt nach dem schwierigen letzten Jahr wieder auf einigermassen soliden Beinen. Auch hier kam die „Sammelstelle“ als positive Einwirkung zum Tragen: Durch den Gewinn des Kunstvermittlungspreises und dem damit einhergehenden Spendenzuwachs konnte die Spielwerkstatt im Jahr 2014 mit einem Gewinn von 12'400 CHF abschliessen. (Vergleich 2013: - 43'400 CHF)
 
Mit dem Weggang von Daniela Avcik im März 2014 verliess uns die ehemalige FABE-Anleiterin, welche Fadise Arslani zum erfolgreichen Abschluss gebracht hatte. Dadurch und durch weitere kleinere Umstrukturierungen konnten die gesamten Personalkosten der Spielwerkstatt um 10% gekürzt werden. Ansonsten bleibt die personelle Situation unverändert: Mathis Rickli arbeitet mit 80%, Katja Lienhard und Christian Schaffner mit je 50% und Anna Leupi mit 90% für die Spielwerkstatt Kleinhüningen.
 
 
Basel, im Mai 2015
 
Mathis Rickli