25. September. 2018

Herbstferienprogramm: Tüftelcamp!

 
 
 
 
 12. September. 2018

Tuesday Kitchen Club: jugi @ moli

 

Kooperationsprojekt zwischen der Spielwerkstatt Kleinhüningen und dem Jugendzentrum Dreirosen.

 

Dank der grosszügigen Finanzierung durch die CMS können wir unsere Kochabende am Dienstagabend auch weiterhin durchführen. Vielen Dank!

 
 
 
 jugi @ moli
 
 22. Mai. 2018

Sommerfest

 

Gerne laden wir Sie und Ihre Kinder, Verwandte und Freunde zum gemeinsamen Essen und Trinken in unserem Innenhof ein. Wir stellen einen Grill auf und steuern Salate, Beilagen und Getränke bei. Fleisch und Anderes bringen Sie bitte selbst mit.

 

Ausserdem zeigen wir den Film über die Spielwerkstatt „Wie ein Mobile“ von Nora Born.

 

Wir freuen uns!

Mathis, Nora, Katja, Christian, Natalie, Philipp

 
 
11. Januar, 2018

Die langweiligste Geschichte der Welt

 
 Neujahr Spielwerkstatt Kunstvermittlung
 

 

Massud hat heute eine schreckliche Wut in seinem Bauch. Er kann weder mit sich noch mit Anderen etwas anfangen und gräbt sich immer tiefer in eine tobende Zerstörungswut. Alle unsere Bemühungen, den 8-jährigen Buben da wieder heraus zu holen, scheitern, - Ablenkungsversuche, beruhigende Worte oder Ermahnungen scheinen ihn nur noch mehr anzustacheln. Was tun?


Als er anfängt Arbeiten von anderen Kindern zu zerstören, hat auch unsere Geduld eine Grenze erreicht: „Wenn du jetzt nicht aufhörst, Massud, dann...“ Alles stoppt. Die einzige Bewegung im Raum geht von Massuds Augen aus, ein vor Wut und Herausforderung funkelnder Blick erwartet den Abschluss der Drohung. „Ja, was dann? Was macht ihr dann?“

Mit Strafen ist es so eine Sache in der Spielwerkstatt. Aufgrund unserer auf Offenheit und Niederschwelligkeit basierenden Struktur – die Kinder kommen zu uns, ohne sich vorher anzumelden – besitzen wir weder über einen festen Kontakt zu den Eltern wie zu den Schulen.
Ein konventionelles Regel- und Strafsystem liegt uns fern. In unserer Reaktion auf Verstösse, Frechheiten oder Verweigerungen versuchen wir den dahinterliegenden Sinn zu berücksichtigen; als Symptom der Nöte, Ängste oder Wünsche, welche die Kinder umtreiben. Sanktionen sind daher immer wieder Thema von langen Aushandlungen, die wir nicht selten mit den Kindern gemeinsam führen müssen. Manchmal gelingt das, viele Male scheitern wir, und bei ein paar seltenen, glücklichen Malen bietet sich plötzlich der unverhoffte Ausweg in die Komik an.

Massuds Blick ist in der Zwischenzeit nicht schwächer geworden, im Gegenteil, mit märtyrerhafter Wut erwartet er das Wahrmachen der Drohung. Es muss augenblicklich etwas her, Not macht erfinderisch und ohne zu überlegen ist es plötzlich heraus: „Dann...dann wirst du gezwungen, die langweiligste Geschichte der Welt dir anzuhören!“.

Es braucht einen Moment, bis die Wut in Verwirrung und schliesslich in versteckten Triumph umschlägt, dann aber geht es schnell. Die drakonische Strafe will entgegengenommen werden, unbedingt und sofort, störend nur, dass nun auch andere Kinder in den Genuss des Busse Tuns kommen wollen. Sie entgegnen, dass ja fast jeder einmal etwas Böses getan habe, und so sitzen schliesslich alle einvernehmlich im Kreis und harren der Strafe.

Wie genau die Geschichte ging - irgendein Hund, der läuft und läuft und dann anhält und dann wieder läuft - ist schon wieder vergessen; sie war ziemlich langweilig. Unvergessen jedoch bleibt, wie die Kinder die Strafe heldenhaft „aushielten“. Es half nichts, je monotoner, je quälender und nervtötender die Geschichte, desto fröhlicher wurde das Gekicher der Kinder.

 

Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen herzlich alles Gute.

Mathis Rickli, Januar 2018